Konferenz der Kirchen am Rhein tagt in Worms

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„Es geht darum, Demokratie zu stärken und unsere gesellschaftliche Verantwortung als Kirchen wahrzunehmen und es geht um die Verhältnisbestimmung von Religion, Kirche und Politik im Zusammenhang mit Europa“ erklärt Pfarrer Rudolf Ehrmantraut, Generalsekretär der Konferenz der Kirchen am Rhein (KKR) die Themen der Vollversammlung, die am 06 und 07.05.2018 im Wormser Parkhotel stattfand.

 

Kirchen als Vorreiter der grenzübergreifenden Zusammenarbeit

 

Die KKR wurde bereits 1961 im Rahmen der grenzübergreifenden Versöhnungsarbeit gegründet und es entstand eine konzeptionelle und konstruktive Zusammenarbeit von mittlerweile sechs Ländern entlang der Mosel und des Rheins. „Das Besondere hierbei ist, dass die Gründung bereits zwei Jahre vor dem deutsch-französischem Freundschaftsvertrag zwischen Charles de Gaulle und Konrad Adenauer stattfand,“ erklärt Ehrmantraut, der die Evangelischen Kirchen hier als Vorreiter einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sieht. In jährlich stattfindenden Konferenzen tauschen sich Vertreterinnen und Vertreter der Kirchenleitungen über innerprotestantische Themen einer grenzüberschreitenden Ökumene aus, mit dem Ziel, sozialethische Menschenrechtsthemen sowie Fragen der Pluralität der Regionen und in den Mitgliedskirchen zu diskutieren.

 

Wichtige Impulse

 

Besonders freute sich Ehrmantraut über die Vorträge der Gastredner, die eigens für die Vollversammlung angereist waren, denn nur durch einen gemeinsamen Dialog zwischen den Kirchen und der Politik können Antworten auf die Fragen erarbeitet werden, die durch aktuelle politische Ereignisse in einigen Ländern in Bezug auf Demokratie entstanden sind.  So sprachen der Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich und Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Dr. Michael Bünker, und die Europaabgeordnete Anne Sander über die gegenseitigen Erwartungen von Kirche und europäischer Politik.

 

In seinem Vortrag stellte sich Dr. Bünker die Frage, welchen Beitrag der Protestantismus zu einem sozialen Europa geleistet hat und auch künftig beisteuern kann. Bünker sprach über die Entstehung und die besonderen Anliegen der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa und sieht perspektivisch vor allem in den Bereichen Erinnerungskultur, Minderheiten und Rechtspopulismus entscheidende Themenfelder für die gemeinsame Arbeit.

„Europa ist ein Kontinent der Vielfalt“ stimmte auch die Europaabgeordnete Anne Sander zu, die in ihrem Vortrag die Gemeinsamkeiten der europäischen Politik und der caritativen Arbeit der Kirchen hervorhob und dabei den Europäischen Unterstützungsfond für Schwache mit dem diakonischen Auftrag – dem Dienst am Schwächsten verglich. Sander wies auf die wohltätigen Einsatzgebiete des Europäischen Sozialfonds hin, mit dem in Deutschland und anderen Ländern eine Vielzahl an sozialen Projekten finanziert wird und betonte, dass der Dialog mit religiösen und nicht konfessionellen Organisationen in den jeweiligen Verträgen verankert sei. „Europa kann nur gelingen, wenn die Kirchen und die Politik zusammenarbeiten“ fasste die 44 jährige Französin zusammen und betonte, dass der hier stattfindende Dialog die Tatsache unterstreicht, dass Europa weit mehr ist als eine Wirtschaftsorganisation ist, sondern in erster Linie eine sich um den Menschen kümmernden Gemeinschaft.

Foto (Tobias Albers-Heinemann): M. Bünker (Bildmitte), rechts daneben: R. Ehrmantraut

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