Reformationslieder-Wettbewerb

Nichts bringt Menschen näher zusammen als gemeinsames Singen und Feiern. Als die Leitung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) sich überlegte, wie die Kirchengemeinschaft (auf der Grundlage der Leuenberger Konkordie 1973) angemessen das Reformationsjubiläum 2017 feiern könnte, dachte man zuerst an den gemeinsamen Gottesdienst und das gemeinsame Singen. Daraus hat sich die Idee eines Liedwettbewerbs entwickelt, dessen Ergebnis ein Reformationslied für Europa sein sollte.

Bald hat es sich herausgestellt, dass statt einem Reformationslied mehrere Lieder (bzw. Liedkategorien) entstehen sollten, um  unterschiedliche Stile und konfessionelle Traditionen abzubilden.

Die Ausschreibung geschah dann 2014/15 in zwei Schritten und unter zwei Kategorien.

Die erste Kategorie war die „klassische“. Dafür haben wir drei traditionelle Melodien ausgewählt, je ein Lied aus der lutherischen, reformierten und methodistischen Tradition und luden die BewerberInnen ein, zu diesen Melodien neue Texte zu schreiben. Von den über hundert Einsendungen hat die dreiköpfige Jury – bestehend aus Prof. Dr. Jochen Arnold, Hildesheim, Kirchenmusikdirektorin Dr. Britta Martini, Berlin, und Peter Steinvig, Kopenhagen, – die vier besten Texte ausgewählt. Zwei deutschsprachige Texte, ein Tauflied und ein Osterlied, ein ungarischer Text über das Suchen und Finden von Gott und ein hymnischer englischsprachiger Text über Gottes Liebe wurden ausgezeichnet.

Die zweite Kategorie in der Liedausschreibung enthielt die Aufgabe, ein völlig neues Lied zu komponieren. Zuerst haben wir Autorinnen und Autoren gebeten, Textvorschläge ohne Melodie einzuschicken. In einem zweiten Schritt haben wir fünf ausgewählte Texte als Grundlage fürs Komponieren zur Verfügung gestellt. Bewerbungen konnten im klassischen oder im modernen Stil eingeschickt werden. Die Zahl der Einsendungen war an dieser Stelle deutlich weniger als bei den Liedtexten, dafür war die Qualität sehr gut. Die Jury hat deshalb hier nicht nur eine Vertonung pro Kategorie ausgewählt, sondern auch Sonderpreise verteilt. Diese Lieder und darüber hinaus einige weitere, sehr gut gelungene Lieder sind in diesem Heft abgedruckt.

Die Jury ist sich bewusst, dass gerade beim Singen im Gottesdienst die Sprache eine große Rolle spielt. Deshalb freut es uns sehr, dass nicht nur deutsche und englische Lieder entstanden sind, sondern auch andere europäische Sprachen beim Wettbewerb prominent vertreten waren. Wir hoffen, dass diese Lieder in den evangelischen Kirchen Europas gute Aufnahme finden.

Prof. Dr. Jochen Arnold

Foto: PreisträgerInnen bei der Preisverleihung in Wittenberg am 19. März 2017 (I. Monjencs/GEKE). Weitere Bilder von der Preisverleihung: https://www.flickr.com/photos/153386724@N04/

Einige der Gewinnerlieder können Sie auf youtube anhören, etwa zwar "Burn on Limes" von Hangraforgó/Zsolt Miklya - hier der Link dazu: https://www.youtube.com/watch?v=lUa47P1ip54

Auch von "When you will" gibt es bereits 2 Versionen: https://www.youtube.com/watch?v=lVFh1UPqDAQ und https://www.youtube.com/watch?v=8evqgWvpUys

Mit dem ungarischen Ensemble Hangraforgó gibt es eine Pressemitteilung in ungarischer Sprache: http://www.evangelikus.hu/meghittebb-kapcsolatban-verssel

Die besten Lieder aus der Ausschreibung sind im Heft „We hymn you“ erschienen. Bestellbar über geke@leuenberg.eu und in digitaler Form erreichbar im Download-Bereich.

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