Leitlinien zur Begründung der Mitgliedschaft in der GEKE

Auf der Grundlage der Leuenberger Konkordie und des Statuts der GEKE von 2006 beschließt der Rat der GEKE die folgenden Leitlinien zur Begründung der Mitgliedschaft in der GEKE.

  1. Die Mitgliedschaft in der GEKE ist eine Konsequenz und eine Ausdrucksform der erklärten Kirchengemeinschaft. Eine Erklärung von Kirchengemeinschaft steht nicht im Belieben der Kirchen, sondern sie „gewähren sich etwas ihnen bereits Vorgegebenes“ (Die Kirche Jesu Christi, 1994, III.1.2, S. 56).
  2. LK 2 benennt die theologischen Voraussetzungen für die Erklärung von Kirchengemeinschaft. Kirchengemeinschaft ist zu erklären und kann nicht verweigert werden, sofern ein gemeinsames Verständnis des Evangeliums einschließlich der Übereinstimmung über die stiftungsgemäße Verwaltung der Sakramente festgestellt ist und die evtl. vorhandenen Lehrverurteilungen als nicht mehr den gegenwärtigen Stand der anderen Beteiligten treffend erkannt worden sind.
  3. Kirchengemeinschaft ist ihrem Wesen nach ein Geschehen, das auf Wechselseitigkeit zielt. Die in der GEKE vereinigten Kirchen verwirklichen untereinander Kirchengemeinschaft und laden andere Kirchen ein, sich dieser Gemeinschaft anzuschließen, sofern die Voraussetzungen gegeben sind oder erfüllt werden können. Die GEKE (als Organisation bzw. Körperschaft des Kirchenrechts) dient der Verwirklichung der Kirchengemeinschaft.
  4. Die Begründung der Mitgliedschaft in der GEKE ist an ein geordnetes Verfahren gebunden. Grundsätzlich gilt seit der Verabschiedung des Statuts der GEKE auf der Vollversammlung im September 2006 laut § 1 Absatz 2, dass für einen Beitritt zur GEKE ergänzend zur Erklärung von Kirchengemeinschaft eine besondere Vereinbarung erforderlich ist. Beitrittswillige Kirchen nehmen Kontakt mit der Geschäftsstelle auf, die mit ihnen klären wird, wie die Erklärung von Kirchengemeinschaft vollzogen werden kann und was Gegenstand der besonderen Vereinbarung sein soll. Die Geschäftsstelle führt diese Gespräche im Auftrag des Rates, in Abstimmung mit dem Präsidium.
  5. Gegenstand der Vereinbarung muss – neben organisatorischen Fragen (Delegiertenzahl, Mitgliedsbeiträge, Teilnahme an Regionalgruppen u.ä.) – immer auch eine Bewertung der nach 1973 durchgeführten Lehrgespräche sein. Deren Ergebnisse sind zwar nicht in gleicher Weise bindend wie die Leuenberger Konkordie, denn sie behandeln Fragen, bei denen verbleibende Differenzen nicht in sich kirchentrennend sind. Aber die teilweise erreichten Übereinstimmungen tragen zur Vertiefung der Kirchengemeinschaft bei. Es ist zu klären, ob eine beitrittswillige Kirche sich im Widerspruch zum Ergebnis eines Lehrgesprächs sieht, das eine GEKE-Vollversammlung sich zu eigen gemacht hat. In diesem Fall ist die Konsequenz dieser Haltung für einen möglichen Beitritt mit der betreffenden Kirche zu erörtern. Aufgrund des Berichtes über das erfolgte Gespräch entscheidet der Rat der GEKE über den Beitritt.
  6. Mit LK 33 verpflichten sich die Unterzeichnerkirchen zur gegenseitigen Anerkennung der Ordination, was die Anerkennung der von fast allen GEKE-Kirchen praktizierten Ordination von Frauen einschließt. Dies ist in späteren Lehrgesprächen ausdrücklich unterstrichen worden (vgl. Neuendettelsau-Thesen II.5). Deshalb ist sicherzustellen, dass beitrittswillige Kirchen die Ordination und den Dienst der Pfarrerinnen anderer GEKE-Kirchen anerkennen. Diese Anerkennung ist Teil der Beitrittsvereinbarung.
  7. Hinsichtlich des Verfahrens sind drei Kategorien von potentiellen Beitrittskirchen zu unterscheiden:
    1. Europäische Kirchen aus vorreformatorischer und reformatorischer Herkunft (d.h. die im ersten Satz der LK genannten Kirchen). Grundlage für die Erklärung von Kirchengemeinschaft mit den anderen reformatorischen Kirchen ist wie bislang eine Unterzeichnung der Leuenberger Konkordie. Auf der Grundlage einer Vereinbarung nimmt der Rat der GEKE die Kirche auf.
    2. Kirchen aus vorreformatorischer und reformatorischer Herkunft, die nicht in Europa beheimatet sind, aber sich auf eine europäische Identität berufen. Auch sie können Kirchengemeinschaft durch eine Unterzeichnung der Leuenberger Konkordie erklären. In den Beitrittsgesprächen ist zusätzlich zu klären, was das Motiv des Beitrittswunsches ist und wie die Kirchengemeinschaft mit den europäischen Kirchen verwirklicht werden soll. Vorrang sollte das Bemühen um eine regionale Verwirklichung von Kirchengemeinschaft haben. Auf der Grundlage einer Vereinbarung kann der Rat der GEKE in besonderen Fällen und nach Klärung der oben genannten Fragen die Kirche aufnehmen.
    3. Kirchen, die nicht unmittelbar aus der reformatorischen Tradition stammen. Mit ihnen müssen Lehrgespräche erkunden, inwieweit die Kriterien für Kirchengemeinschaft erfüllt sind. Auf dieser Grundlage ist, wie im Falle der europäischen Methodisten 1994, ein Dokument zur Erklärung der Kirchengemeinschaft vorzubereiten. Der Rat der GEKE führt die Verhandlung, aber nur die VV kann in diesen Fällen über die Erklärung von Kirchengemeinschaft und damit die Mitgliedschaft in der GEKE entscheiden.
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